· 

Ahoi Leichtmatrosen, Schiffsinvestment gefällig?

Du möchtest Dein Portfolio diversifizieren und die Chance ergreifen, in ein Start-up, eine Immobilie oder ein Schiff zu investieren? Dann ist Crowdinvesting das Richtige für Dich. Im letzten Blogartikel habe ich Crowdinvesting und seine Vor-und Nachteile genauer beschrieben. Beim Crowdinvesting investiert eine Gruppe von (Privat-)Anlegern gemeinsam in ein Projekt oder ein Unternehmen. Somit haben wir Kleinanleger die Möglichkeit in Start-ups, Immobilien oder sogar in Schiffe zu investieren. Heute stelle ich Euch die Crowdinvestingplattform Marvest und das Schiff Louise Auerbach vor. 

MARVEST

Marvest, ist eine Crowdinvestingplattform, die maritime Projekte transparent und modern finanziert.  Marvest organisiert und strukturiert die Projekte. Die Projekte werden so aufgearbeitet, dass Privat- und institutionelle Anleger eine informierte Investmententscheidung treffen können. Dadurch wird Anlegern die Chance geboten in Schiffsprojekte zu investieren und den Reedereien geholfen einezeitgemäße und zuverlässige Finanzierung zu finden.

Das Projekt LOUISE AUERBACH

Auerbach ist eine junge Rederei aus Hamburg, welche in einer der traditionellsten Branchen den Mut aufbringt stetig neue Wege zu gehen. Auerbach setzt sich seit 2010 mit einem neuen und innovativen Approach in der Schifffahrt durch. Die Flotte transportiert weltweit Schwergut- und Projektladung und umfasst aktuell 17 Mehrzweckschiffe. Nicht nur bei der Unternehmensgründung auch bei der derzeitigen Finanzierungbekennt Auerbach Flagge - Erstmals in Deutschland wird ein Schiff per Crowdinvesting finanziert. 

Wie funktioniert der Investmentprozess?

1,5 Millionen Euro möchte Auerbach einsammeln. Mit den 1,5 Millionen Euro sowie dem restlichen Fremd- und Eigenkapital wird das Schiff Louise Auerbach finanziert. Die Louise schippert über die Weltmeere und transportiert Güter von A nach B. Dafür wird sie vergütet (pro Tag mit ca. USD 7.500). Mit den Einnahmen werden Kosten, sowie Zins und Tilgungszahlungen beglichen. 

(Privat-)Investoren können sich über die Crowdinvesting-Plattform Marvestab EUR 500 beteiligen und bekommen einen Festzins von 6,5 Prozent. Die Projektlaufzeit beträgt 6 Jahren. Investoren erhalten bereits drei Monate nach erfolgreich beendeter Funding-Phase Zinsen für das 1. und 2. Quartal. 

Zuzüglich zu den laufenden Einnahmen soll das Schiff am Ende der Laufzeit verkauft werden. Sollte das schon innerhalb von 60 Monaten der Fall sein, bekommen die Marvest-Investoren eine Kompensationsgebühr in Höhe von 20 % auf die bis zur Mindestlaufzeit noch ausstehenden Zinsansprüche.  

 

Das klingt sehr interessant und ich habe bei Auerbach genauer nachgefragt:

 

Zurzeit hört man viel von Handelskriegen und aufkommenden Protektionismus, wirkt sich das negativ auf die Schifffahrt aus?

„Schifffahrt ist im Allgemeinen sehr stark abhängig vom Welthandel – das ist vollkommen richtig. In unserem Nischensegment, dem Transport von Schwergütern und Projektladung transportieren wir aber quasi ausschließlich Industrieladung wie z. B. Generatoren, Kraftwerkskomponenten, Windmühlenflügel etc.; die Produktion und Verkauf dieser Ladung hängen an langfristigen Verträgen, wodurch ein kurzfristiger Handelskrieg keinen sofortigen Einfluss auf unser Segment hat. Eine langfristige Rezession hat natürlich einen Einfluss, momentan steht unser Markt aber weiterhin sehr stabil da.“

 

Die Rechnungen zeigen, dass Zinsen und Tilgungen mit den Einnahmen des Schiffes gut gedeckt werden können. Wie konservativ ist die Rechnung? 

„Unserer Einschätzung nach ist die Kalkulation sehr konservativ. Wir haben für die Laufzeit des Investments mit einer gleichbleibenden Frachtrate von USD 7.650 pro Tag gerechnet d.h. über einen Zeitraum von 6 Jahren haben wir eine Frachtrate angenommen, die sich überhaupt nicht verändert – weder nach unten, noch nach oben. Die durchschnittliche Frachtrate in USD pro Tag für die letzten 15 Jahre lag bei USD 9.110.

Gleichzeitig muss man hier bedenken, dass erst die Bank bedient wird, dann werden die Marvest-Investoren bedient und danach erhalten erst die Eigenkapital-Geber zu denen auch Auerbach gehört eine Rendite. Wir sind also davon überzeugt, dass der Markt sich positiv entwickelt, sonst hätten wir nicht in dieses Schiff investiert.“

 

Welche Vorteile haben die Marvest-Investoren?

„Die Investoren befinden sich vom Rang her vor den Eigenkapital-Gebern. Außerdem handelt es sich um ein Nischensegment innerhalb der Schifffahrt mit stabilem Frachtratenniveau. Wir konnten das Schiff zu einemhistorisch niedrigen Einstiegspreis erwerben. Zusätzlich gibt es eine Vorfälligkeitsprämie, falls wir das Schiff innerhalb der ersten Jahre direkt verkaufen.“

Zusammenfassung

Vorteile

  • Wahrscheinlich hast Du die Assetklasse „Schiff“ noch nicht in deinem Portfolio und kannst so dein Portfolio diversifizieren und dadurch das Gesamtrisiko minimieren
  • Fester Zinssatz von 6,5% trotz Niedrigzinsumfeld 
  • Das Schiff wurde günstig eingekauft und verfügt über Zeitcharterverträge, sprich laufende Einnahmen. Außerdem bewegt es sich in einem Nischensegment, welches weniger volatil ist
  • Junge und innovative Rederei und Crowdinvestingplattform

Nachtteile:

  • Nachrangdarlehen: Das heißt die Marvest-Investoren stehen im Falle einer Insolvenz an zweiter Stelle
  • Mindestanlage von EUR 500
  • Wenn nicht genügend Geld zusammenkommt, wird das Geld wird nicht angelegt und man bekommt seine Anlagesumme unverzinst wieder zurück

 

Ich finde das Projekt Louisa Auerbach spannend, weil es einem Zugang zu einer ganz neuen Assetklasse verschafft. Auerbach und Marvest sind zwei junge und innovative Unternehmen, die neue Wege gehen.Im Gegensatz zu den Immobilienpreisensind die Schiffspreise auf einemdeutlich niedrigeren Niveau und als Hamburgerin sind Schiffe sowieso eine Faszination für sich.

 

 

 

Disclaimer:  Ich bin keine Steuer- oder Anlageberaterin, noch werde ich von Auerbach oder Marvest dafür vergütet, diesen Artikel zu schreiben. Ich finde beide Unternehmen sehr spannend und Freunde von mir arbeiten dort, weswegen ich gute Einblicke bekommen konnte.

 

Written by: Philine Paschen

Kommentar schreiben

Kommentare: 0