Warum es rein mathematisch sinnvoll ist, vor allem als junger Mensch Geld anzulegen

Wenn ich von Aktien schreibe, meine ich auch ETFs und Fonds. Was genau ETFs sind und wie du günstig und risikoarm in sie investieren kannst, zeige ich dir im nächsten Blogpost.

In diesem Blogpost erkläre ich dir, warum es in jungen Jahren Sinn macht, in den Markt zu investieren. Denn der beste Zeitpunkt mit Investieren anzufangen war gestern und der zweitbeste genau JETZT!!

Ohne Risiko keine Rendite

Beim Anlegen wirst du dafür vergütet, dass du Risiko eingehst. Das ist die erste Grundregel beim Investieren! Investoren sind riskoscheu und wollen deshalb mit einer entsprechend angemessenen Rendite bezahlt werden. Würden Aktien eine jährliche Rendite von 8% abwerfen und risikolos sein, würden wir alle unser Geld in Aktien stecken und durch die hohe Nachfrage, würde die Rendite schnell schrumpfen, denn von nichts kommt auch nichts. Wenn du in Aktien investierst, gehst du ein Risiko ein, aber ich zeige dir wie du dieses Risiko ganz einfach und ohne viel Aufwand minimieren.

Wenn ich in Aktien investiere kann ich doch auch direkt ins Spielcasino gehen?

Natürlich sind einzelne Aktien spekulativ, aber wenn du dein Geld auf deinem Sparkonto lässt, kommst du natürlich schnell in Versuchung, es doch für eine Handtasche oder ein neues Iphone auszugeben und du bekommst kaum noch Zinsen.

Sagen wir du bekommst 0.2% Zinsen auf dein Sparbuch. Wir haben zur Zeit in Deutschland eine Inflation von 0.8% (Trend steigend). Das heißt deine 1000€ sind am Ende des Jahres nur noch 992€ wert, du verlierst also 8 €. Hättest du deine 1000€ in einen ETF investiert, der den Weltmarkt abbildet z.B. den ComStage - MSCI World TRN UCITS ETF, dann hättest du in dem Jahr 2015 3.41% Rendite erwirtschaftet. Das heißt du hättest am Ende des Jahres: 1034.10€. Wenn du es auf dem Konto liegen lässt, verlierst du nicht nur 8€ durch die Inflation, sondern 42,10€, weil du nicht in den Markt investiert hast. Der ETF hat übrigens in den letzten 5 Jahren pro Jahr eine durchschnittliche Rendite von 16,21% erzielt.

Der Zinseszins dein Freund und Helfer

Es gibt etwas was sich  Zinseszins nennt. Habt ihr wahrscheinlich alle schon gehört.

Wenn ich meine 1000€ in den Markt investiert habe und eine durchschnittliche Rendite von 8% erwirtschafte, habe ich am Ende des Jahres 1080€. Ich habe 80€ verdient ohne 8 Stunden Nachhilfe zu geben oder einen Finger zu krümmen. Das heißt auch, dass ich in das nächste Jahr mit 1080€ starte. Die ich wieder für 8% verzinst werden. Im zweiten Jahr habe ich dann 1166.4€, nach 5 Jahren (1000*1.08)^5 = 1469.33€ und nach 10 Jahren 2158.92€!! Deine 1000€ die du nicht in ein neues Iphone, 250 Starbuckgetränke oder 3 neue Michael Kors Handtaschen gesteckt hast, haben sich soeben verdoppelt 

Dein langer Anlagehorizont hilft Dir auch schlechte Zeiten zu überstehen

Zeit für das Argument: Mit Aktien kann man schnell Geld verlieren! Natürlich kannst du Geld mit Aktien verlieren.

Hier seht ihr was passiert wäre, wenn ihr einen Dollar auf die Bank gepackt hättet vs. wenn ihr ihn in den amerikanischen Markt investiert hättet. Trotz Krieg und Wirtschaftskrisen ist der Markt in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und der eine Dollar wäre jetzt 2399,48$ wert.

In dieser Grafik seht ihr den MSCI World also ein Index der die Weltmärkte abbildet. Die Wirtschaftskrise hat ihn natürlich ziemlich in die Knie gezwungen, ganze  40 % ist er gefallen, aber seit diesem Tiefpunkt ist er um das Doppelte wieder gestiegen, sodass du vor allem bei einem langen Anlagehorizont Gewinn gemacht hättest.

Natürlich musst du immer bedenken, dass du Geld investierst, was du gerade übrig hast und nicht in den nächsten 1-5 Jahren brauchst. Wenn du kurz anlegst und versuchst deinen ETF/Aktien zu verkaufen, kann es natürlich sein, dass du Verluste machst, aber bei einem langen Anlagehorizont kannst du einfach abwarten, bis sich der Markt wieder erholt hat. Deshalb lohnt es sich auch so früh wie möglich anzufangen, weil dein Geld sich auf Grund des Zinseszins vermehrt und du Krisen einfach aussitzen kannst!

 

Okay, dann lege ich jetzt in Einzelaktien an wie Waren Buffet

Wenn du in Einzelaktien investierst, ist das Risiko viel zu hoch. Natürlich wären wir alle gerne wie Waren Buffet (Amerikanischer Starinvestor geschätztes Vermögen durchs Investieren: 60,8 Milliarden Us-Dollar).

Aber ganz ehrlich, bei Goldman Sachs oder J.P. Morgan sitzen 10000 gut bezahlte Analysten die den ganzen Tag und die ganze Nacht nichts anderes machen, als den Markt zu evaluieren, Trends zu erkennen und Aktien zu finden die für zu wenig verkauft werden oder steigen sollen. Natürlich kann man Glück oder einen guten Riecher haben, aber das Investieren in einzelne Aktien sollte mehr als Hobby betrachtet werden und nur mit Geld, welches du wirklich übrig hast, gemacht werden.

Hier seht ihr wie schnell eine neue Nachricht vom Markt verarbeitet wird, nach 15 Minuten ist fast alles vorbei und die größten Schwankungen gibt es in den ersten fünf Minuten. So schnell hast du dich gar nicht in deinen Online Brooker Account angemeldet, die Bestellung abgegeben und deine Tan Nummer rausgesucht, um die Bestellung abzuschließen.

Der dritte Punkt warum du nicht in Einzelaktien investieren solltest: Umso mehr du diversifizierst, umso geringer ist das Risiko!

Auf der y-Achse seht ihr die Volatility (Schwankungen, Risiko) des Portfolios und wie sie mit der Anzahl der Aktien sinkt und genau das ist der Grund, warum du dein Portfolio diversifizieren solltest, anstatt es in ein oder zwei Einzelaktien zu investieren. Diversifizieren heißt, in viele unterschiedliche Aktien von vielen verschiedenen Unternehmen auf einmal zu investieren.  

Überleg doch mal: Du investierst in Apple und Samsung, wenn die eine etwas fällt, steigt ggf. die Andere, sodass die Schwankungen von dem einen Unternehmen nicht so schlimm sind. Jetzt hast du auch noch Aktien von Vonovia einer Wohngesellschaft die nichts mit Techunternehmen zu tun hat und schon hast ist dein Portfolio diversifizierter. Wenn du genauer wissen willst, wie du die Volatilität berechnest schicke ich dir die Excel Tabelle ;)

 

Okay, dann gebe ich mein Geld an einen aktiv gemanagten Fonds

Nein, wenn du diesen und den folgenden Blogartikel gelesen hast, musst du das nicht mehr. Du wirst auch so dein Portfolio diversifizieren können, ohne genug Geld zu haben, jede Aktie der Welt einzeln kaufen zu müssen. In dem Bild seht ihr wie viele aktiv gemanagte Fonds nicht die passiv gemanagten Fonds schlagen konnten. In 23 von 24 unterschiedlichen Kategorien konnten die aktiv gemanagten Fonds nicht mehr für ihre Kunden rausholen, als die passiv gemanagten Fonds. Was daran liegt, dass der Markt sehr effizient ist, rational handelt und aktiv gemanagte Fonds deutlich teurer sind.

Selbst wenn ein aktiv gemanagter Fonds 10% Rendite macht und der Passive nur 8%, wenn ich beim Aktiven 3%Gebühren bezahle und beim passiven 0.5%, gehe ich am Ende des Tages mit mehr nach Hause, als der Kunde vom aktiv gemanagten Fonds.

 

Natürlich haben aktiv gemanagte Fonds auch ihre Daseinsberechtigung, weil man sich da um gar nichts kümmern muss und sie teilweise durch Umschichtungen im Portfolio Risiken besser ausbalancieren, aber wenn sie durch die Bank weg schlechter abschneiden als passiv gemanagte Fonds, sollte man sich vor allem als junger Investor überlegen, ob man sich nicht ein Wochenende Zeit nimmt und sich weiterbildet und dann passiv investiert (kommt im nächsten Eintrag) oder ob man sein Geld einem Fondsmanager gibt.

Der Artikel kommt übrigens aus der Financial Times und nicht aus einem Werbekatalog für passiv gemanagte Fonds, falls ihr das denkt.

 

Bittte nicht alle Ersparnisse in den Markt stecken

Wie gesagt der Markt unterliegt Schwankungen, egal wie gut diversifiziert dein Portfolio ist. Deshalb ist es wichtig, dass du nur das investierst, was du übrig hast, also was du nicht brauchst, um deine Lebenskosten zu decken und das du irgendwo einen Notgroschen hast, falls die Waschmaschine kaputt geht oder du mit deinen Freunden in den Urlaub fahren willst. Den Notgroschen packst du am besten weit weg, auf ein Tagesgeldkonto oder ich hab ihn meiner Mama überwiesen. Dann ist das Geld weg und ich gebe es nicht für die vierte Michael Kors Handtasche aus (davon hab ich nämlich zu viele).

 

Aber einen großen Anteil!

Robert T Kiyosaki  der Guru wenn es um persönliche Finanzen geht, hat gesagt “pay yourself first”. Seit dem ich sein Buch gelesen habe, gehen von meinem Konto immer am Ersten 50 Euro in meinen Sparplan. So komme ich gar nicht in Versuchung sie auszugeben.

 

Sagen wir du hast 1000€ auf deinem Sparkonto. Davon musst du nicht deine laufenden Kosten decken und du bist nicht komplett risikoscheu, dann würde ich von den 1000€, 90% in den Markt investieren. Vor allem mit dem Hintergedanken, dass du gerade eine Ausbildung machst oder anfängst Geld zu verdienen, wird sich dein Humankapital immer weiter vermehren.Dein Humankapital ist Geld, das was du während deines Lebens verdienst und da im Laufe deines Lebens hoffentlich immer mehr ansparen kannst, kannst du jetzt anfangen zu investieren!

 

Aktien sind doch nur was für Reiche

Natürlich solltest du nie mehr Geld investieren als du hast und wenn man zum Beispiel Arbeitslos ist, kann man natürlich keine 25€ im Monat sparen, aber sonst kannst du als durchschnittsstudent 25€ sparen. Mein Unterhalt den ich im Monat zur Verfügung habe orientiert sich am Bafög. Es kommt also darauf an, dass du sparsam lebst und dir einen Nebenjob suchst. Ich habe seit dem ich 14 einen Nebenjob (Fußballtrainerin, Nachhilfelehererin, Tutorin, Start-up). So konnte ich schon jung anfangen zu sparen, leider fange ich fast zu spät an zu investieren.

Außerdem nehme ich z.B. immer meinen Kaffee-to-go-cup mit, spart ca 5Tage*3€=15*4Wochen*12Monate= 720€ im Jahr, koche viel und nehme den Rest am nächsten Tag mit und glühe vor, bevor ich ausgehe (Die Schüler und Studenten sollten wissen was ich damit meine :p). Kleiner Spartipp: Haushaltsapp runterladen und alle Sachen aufschreiben.

 

Fazit

Also traut euch und überlegt euch, ob es sich nicht doch lohnt zu sparen und sein Geld für sich arbeiten zu lassen. Früh übt sich und der Zinseszins wird eure kleinen Ersparnisse schneller wachsen lassen, als ihr glaubt, wenn ihr ihn nur machen lasst und langfristig Geld anlegt. Wie ihr einfach passiv investieren könnt, erkläre ich euch im nächsten Blogpost und was sich genau hinter ETFs versteckt. Aber denkt daran, die Inflation und die niedrigen Zinsen fressen euer Erspartes auf und langfristig hat sich der Markt von den größten Schocks erholt, ihr müsst euer Portfolio nur breit genug diversifizieren. Außerdem leben wir nicht mehr in den Zeiten unserer Eltern, in denen man noch 8 % Zinsen auf sein Sparkonto bekommen hat und in der viele Menschen zu viel Geld mit der berühmten Telekom Aktie verloren haben.

Also Aktien sind nicht gefährlich, Unwissenheit aber schon!!

 

P.S. Ich bin nur Studentin und möchte Euch unterstützen das Meiste aus eurem Geld zu machen. Ich bin keine Anlageberaterin. Ich mache das, um euch eure Möglichkeiten aufzuzeigen, denn über Geld spricht man doch!

P.P.S. Ich habe mein Konto und Depot bei der Comdirect und bin damit sehr zufrieden, weil die ETF Auswahl hervorragend ist. Deshalb kann ich Euch guten Gewissens die comdirect empfehlen. Wenn ihr über den Banner ein Depot eröffnet, bekomme ich eine kleine Provision, die mir hilft die Kosten des Blogs zu tragen und weiterhin für Euch zu schreiben.

 

Written by: Philine Paschen

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Kommentare: 1
  • #1

    Nico (Sonntag, 18 Juni 2017)

    Echt gut! Weiter so!